Wenn sich am 27. und 28. Januar das who-is-who der Fondsindustrie zum alljährlichen Fondskongress in Mannheim trifft, wird diese Frage sicherlich ein zentrales Thema für Fondsmanager, Verwaltungsgesellschaften, Vertrieb – und nicht zuletzt auch für den Anleger sein. Bei über 200 Fachvorträgen werden alte und neue Produkte und Anlagestrategien diskutiert, sicherlich wird aber auch ein Ausblick auf das Jahr 2016 im Fokus der Kongressteilnehmer stehen.
Die alten Verkaufsschlager – noch zeitgemäß?
Die Luxemburger Fondsindustrie dürfte vielen der deutschen Teilnehmer insbesondere für ihre Garantiefonds ein Begriff sein. Diese Klasse machte zum Oktober 2015 mit ca. 34 Milliarden Nettoaktiva (Quelle: der Luxemburger Fondsverband ALFI) knapp 10% des Gesamtmarktes aus. Hierbei ist insbesondere erwähnenswert, dass gemäß des letzten Jahresberichtes der CSSF von Dezember 2014 weit über 90% der Garantiefonds auf deutsche Initiatoren und damit den deutschen Markt entfallen.
Doch wie haben sich diese Fonds in den letzten Jahren entwickelt und wie sind die Aussichten für die nächsten Jahre? Ein Blick in das Programm des Fondskongresses offenbart, dass Garantiefonds hier scheinbar kein Thema sind. Auch ein Blick auf die Statistiken zeigt, dass das Volumen in Luxemburg seit 2009 um gut 30% rückläufig ist – entgegen dem allgemeinen Trend starker Nettomittelzuflüsse im gleichen Zeitraum.
Woran krankt also der Garantiefonds? Klar ist, dass diese Klasse von Fonds in den letzten Jahren die Ansprüche der Investoren bezüglich der Wertentwicklung nicht erfüllen konnte. Gleichzeitig verlangt die Erfüllung der Garantieversprechen den Verwaltungsgesellschaften wachsende „Opfer“ ab. Im Niedrigzinsumfeld sind – ähnlich wie bei Lebensversicherungen – die Spielräume auf Seiten der Anlagestrategie längst ausgereizt. Immer größere Anteile des Fondsvolumens müssen zur Bedienung der Garantie verwendet werden. Und: aus den Garantieversprechen resultieren nicht unerhebliche bilanzielle Risiken in Form von Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten seitens der Verwaltungsgesellschaften. Da auch für 2016 und darüber hinaus eine Zinsanhebung in Europa zumindest nicht in greifbarer Nähe zu sein scheint, werden es Garantiefonds auch in Zukunft schwer haben.
Das passende Produkt für jeden Anleger
Der Luxemburger Fondsmarkt hat jedoch in der Vergangenheit stets seine Wandlungsfähigkeit bewiesen. So sind die vermögensverwaltenden Fonds in den vergangenen Jahren stark gewachsen und könnten auch in 2016 zu den Stars der Branche gehören. Ihre Bedeutung wird durch eine ganze Kategorie von Vorträgen auf dem Fondskongress 2016 hervorgehoben. Jetzt müssen Vermögensverwalter im neuen Jahr beweisen, dass sie auch im Umfeld steigender Volatilitäten – der Marktstart 2016 hat dies eindrucksvoll bewiesen – und zunehmender Korrelation zwischen Aktien und Anleihen eine stabile Performance erzielen können.
Ebenfalls sind Exchange Traded Funds („ETFs“) weiter auf dem Vormarsch. Immer mehr „klassische Fondsmanager“ (zuletzt z.B. Franklin Templeton) nehmen ETFs ins Programm, was als klares Bekenntnis zu einem Wachstumsmarkt interpretiert werden darf. Auch konnte Luxemburg in den letzten Jahren mithilfe innovativer Vehikel wie dem SCS/SCSp und dem für Sommer 2016 erwarteten Reserved Alternative Investment Fund (RAIF) seine Innovationskraft unter Beweis stellen und Marktanteile gewinnen. Alternative Investments werden sicher auch in 2016 ein Thema bleiben und möglicherweise – mangels klassischer Alternativen – auch verstärkt in den Fokus der Privatanleger rücken. Hier gilt es, sich frühzeitig zu positionieren!
Ob traditionell oder alternativ – Hauptsache Luxemburg
Das Jahr 2016 verspricht also für alle Marktteilnehmer spannend zu werden. Der Luxemburger Fondsmarkt wird dabei wie auch in der Vergangenheit ein wesentliches Zentrum der europäischen Fondsindustrie bleiben und zukünftige Entwicklungen aktiv vorantreiben und begleiten.
Unser Team wird die Diskussionen in Mannheim gespannt verfolgen. Für Fragen rund um den Fondsstandort Luxemburg stehen wir gerne zur Verfügung. Sprechen Sie uns an!
Wenn sich am 27. und 28. Januar das who-is-who der Fondsindustrie zum alljährlichen Fondskongress in Mannheim trifft, wird diese Frage sicherlich ein zentrales Thema für Fondsmanager, Verwaltungsgesellschaften, Vertrieb – und nicht zuletzt auch für den Anleger sein. Bei über 200 Fachvorträgen werden alte und neue Produkte und Anlagestrategien diskutiert, sicherlich wird aber auch ein Ausblick auf das Jahr 2016 im Fokus der Kongressteilnehmer stehen.